Über mich

Interview „Die fabelhafte Welt der Natalie Luder“, Art Aurea, Juli 2015

Ich habe an der Haute Ecole des Arts Appliquées in Genf und an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam Schmuck studiert. Besonders das holländische Designdenken hat mich massgeblich beeinflusst und meine konzeptuelle Arbeitsweise bestärkt. Ich habe zwar Schmuckdesign studiert, aber immer wieder arbeite ich auch in anderen Bereichen. Wichtig für mich ist das Konzept, die Materialien, die Form und die Funktion folgen später.

Ausgangspunkte meiner Arbeiten sind oft Themen aus der Kulturgeschichte des Essens. Die Gegenüberstellung von Schein und Sein oder auch von Natur und Kultur ergeben Aspekte, die mich immer wieder faszinieren und die sowohl im Zusammenhang mit Nahrung, aber auch mit Ornamenten auftauchen.
Der Geist des Zuckers und des Ornaments sind vergleichbar, das Eine ist ein Gaumenkitzel, das Andere ein Augenschmaus. Die unzähligen Rezepte, die es gibt, beweisen unseren entwickelten Geschmacksinn. Doch kann man über guten Geschmack streiten?
Der Ausdruck “man ist, was man isst” beschreibt eine identitätsstiftende Komponente, die auch dem Schmuck eigen ist. Im Sinne einer Trophäe übernimmt der Träger beispielsweise die Eigenschaften des erlegten Tieres und brüstet sich mit der heroischen Jagdgeschichte. Dabei kann man sich natürlich auch mit fremden Federn schmücken, das hingegen ist wiederum eine Frage des Stils.

Im Jahr 2014 haben mein Mann, Chris Hodgins, und ich, Natalie Luder, im Dorfkern von Cavigliano im Tessin ein grösseres Haus mit Stallgebäude und Innenhof gekauft. Seither wohnen wir in einem Teil des alten Tessinerhauses, planten den Umbau und sind nun mitten in der ersten Umbauetappe. Nach dieser ersten Phase möchten wir nebst unserem Wohnraum zwei Gästezimmer fertigstellen. Im späteren Verlauf des Umbaus, werden weitere Zimmer dazukommen, sodass am Schluss ein kleines, feines Bed and Breakfast entstanden sein wird.

Speziell an unserem Haus und  Bed and Breakfast wird die Ausstattung sein, die die Handschrift von Natalie Luder Design trägt. Die Räume sollen einerseits von der Geschichte des teilweise 400jährigen Hauses erzählen. So legen wir alte Farbanstriche mit wunderschönen Verzierungen frei oder werden die Holzböden  mit den alten Weinfässern aus dem Keller herstellen. In der Küche planen wir einen Terrazzo Kalkboden, einen sogenannten Cocciopesto, der optisch ein bisschen an Mortadella oder Salami denken lässt.  Andererseits nehmen andere Objekte beispielsweise Bezug auf die Umgebung, so möchte ich die Wanderwege um Cavigliano auf eine Tagesdecke übertragen, sodass sie wie eine überdimensionale Wanderkarte erscheint. Frühere Arbeiten, vor allem aus dem textilen Bereich, werden ebenfalls ihren Platz finden. Die Ausstattung wird sich in den kommenden Jahren verändern und verdichten.
1973 geboren in Rüti ZH, Schweiz
Ausbildung 
1995 Diplom: Eidgenössische Maturität, Neue Kantonsschule Aarau
1996 – 1997 Universität Zürich, Studium der Kunstgeschichte 
1998 – 1999 Schule für Gestaltung Luzern, Vorkurs 
1999 – 2003 Haute Ecole d’Art et de Design Genève, Bijou/Objet 
2001 – 2002 Gerrit Rietveld Academie Amsterdam, Edelsmeden / Jewellery Design
2003 Diplom: Designer HES
Atelier in Zürich

Projekt / Project

2007
2007

Konzept und Organisation des Anlasses „Das Jagdessen“ , Zunfthaus zur Webern, Bern / 
Concept and Organisation of the event „Das Jagdessen“ , Zunfthaus zur Webern, Bern

Auszeichnungen / Awards

2006 Kiwanis-Club Bern-Aare, Förderpreis 2005/6
2007 Projektbeitrag, Amt für Kultur, Kanton Bern
2008 Blickfangpreis Gold (Les Cotelettes)
2009 Eidgenössischer Förderpreis für Design 2009     

Atelieraufenthalte / Residencies

2011 EKWC European Ceramic Work Centre, s’Hertogenbosch (NL)

Öffentliche Sammlungen / Public Collections

Bernische Stiftung für angewandte Kunst, Bern
Mudac, Lausanne (Kunstsammlung der Eidgenossenschaft)
Musée d’Art et d’Histoire, Genève
Museum für Gestaltung, Zürich

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